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Lesetips für den 30.06.10 (Sozialer Wandel)
Wichtige Begriffe:
Modernisierung, funktionale Differenzierung, demokratische und industrielle Revolution, Globalisierung
Wiederholung:
Das letzte Mal haben wir den Vergleich von Mikro- und Makrosoziologie am Beispiel der Schule abgeschlossen. Einmal mehr haben wir betont, dass soziale Ordnung für "Makros" ein gesellschaftsübergreifender Fakt ist, für "Mikros" dagegen immer wieder lokal erzeugt werden muss. Dann sind wir auf die Frage der Bildungspolitik gekommen. Aus politikwissenschaftlicher Perspektive wird in der Regel zwischen policy (Handlungs-, Gegenstandsfeld), politics (Prozess) und polity (Verfassung, Rahmen) unterschieden. Für die BRD gilt im Bereich der Bildungspolitik ein hohes Maß an Politikverflechtung, der die Akteure zu Konsens und Koordination zwingt.
Bemerkungen zur aktuellen Stunde:
Nun werden wir zum letzten großen Thema dieser Vorlesung kommen: zur Frage sozialen Wandels. Zunächst werden wir einen Blick auf die historische "Entdeckung" der Gesellschaft und ihrer Akteure kommen. Wurde soziale Ordnung im Mittelalter noch als göttlich gegeben aufgefasst, setzt sich im Laufe der Zeit zunehmend die Einsicht in die historische Kontingenz sozialer Verhältnisse durch. Soziale Ordnung wird flüssiger und wandelbar und lässt Akteure mit Interessen entstehen, die um Macht und Einfluss kämpfen. Die Figur der (modernen) Gesellschaft entsteht im 19. Jahrhundert, als mit der Nationalstaatsbildung, Kolonialisierung ein zunehmender Bedarf an der Reflexion soziohistorischen Wandels entsteht. Das 19. Jahrhundert ist auch die Zeit, in der Modernisierungstheorien ihre große Zeit haben. Dann werden wir zwei Theorien sozialen Wandels unterscheiden: eine konflikttheoretische und eine funktionalistische. So wird die Fortentwicklung von Gesellschaft das eine Mal dadurch erklärt, dass es bestimmte Gruppen gibt, die in Konflikt treten, das andere Mal dadurch, dass Gesellschaften ihre Probleme am effizientesten in spezialisierten, arbeitsteiligen Zusammenhängen abarbeiten können.
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