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>> Start Netzwerkinitiative "Europa denken" Initiatoren: Dr. Jens Badura (Tübingen)/Dr. des. Andreas Niederberger (Frankfurt/M.)/Dr. Johannes Angermüller (Paris) Wie kann Europa als Suchraum für die reflexive Erörterung der kulturellen, politischen und sozialen Aspekte einer globalisierten Welt begriffen und gestaltet werden? Vor allem im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften ist ein europäischer Wissenschaftsraum noch wenig etabliert. Hermetisierte nationale Wissenschaftskulturen und institutionen erschweren noch immer substanzielle und dauerhafte Kontakte. Auch die deutsch-französische Auseinandersetzung im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaft bleibt noch allzu häufig in nationalen Wissenschaftskulturen verhaftet und damit weit hinter dem erklärten Wunsch der Regierungen beider Länder zurück, einen gemeinsamen Diskussionsraum entstehen zu lassen, der in eine europäische Dimension ausstrahlt. Und gerade aus diesem Wissenschaftsfeld lassen sich Impulse dahingehend erwarten, wie sich über unterschiedliche Traditionen und Sprachbarrieren hinweg politische und kulturelle Verständigung erreichen lässt und wie eine europäische Identität und gemeinsames politisches Handeln aus unterschiedlichen nationalen Kontexten heraus möglich wird.
Die Netzwerkinitiative verfolgt daher das Ziel, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der beiden Länder durch die gemeinsame Arbeit an Querschnittsthemen aus Geistes- und Sozialwissenschaften zusammenzubringen und auf diese Weise den Grundstein für substantielle, in eine europäische Dimension wirkende Forschungszusammenhänge zu legen. Dabei sollen zunächst folgende Themenfelder als Aufhänger und Katalysatoren der Diskussionen dienen:
Anders als die durch hohe bürokratische Hürden und institutionelle wie nationale Eitelkeiten oftmals gelähmten EU-Forschungsverbünde verfolgt die Initiative "Europa denken" eine Strategie der Vernetzung "von unten" und möchte engagierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler direkt und auf der Basis bereits bestehender Forschungsaktivitäten projektbezogen ins Gespräch und zur Zusammenarbeit bringen. Als zentrale Kommunikationsorgane sind perspektivisch
Die Vernetzung dient nicht nur dem inhaltlichen Austausch, sondern auch der Schaffung der institutionellen Bedingungen für längerfristige Forschungsvorhaben auf europäischer Ebene. Dafür wird es notwendig sein, sich zunächst über die inhaltlichen und theoretischen Interessen zu verständigen, um sich dann perspektivisch auf gemeinsame Projekte abzustimmen, für die dann auf längerfristige Sicht entsprechende Ressourcen eingeworben werden können. Mit dieser Strategie "von unten" soll der Tendenz vieler transnationaler Forschungsprojekte entgegengewirkt werden, die inhaltlich-theoretische Qualität der Forschung bestimmten administrativen Imperativen oder institutionellen Logiken unterzuordnen. Um einen gemeinsamen Kommunikationsrahmen sicherzustellen und dem Problem schnell "zusammengeschusterter" Forschungsprojekte zu begegnen, wollen wir uns gerade auch grundlagentheoretischen und epistemologischen Fragen widmen.
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